Der Glasfaser-Ausbau läuft in Deutschland auf Hochtouren – doch wer bezahlt eigentlich den Anschluss? Diese Frage stellen sich vor allem Mieter, die gerne schnelles Internet hätten, aber nicht wissen, ob und wie sie Glasfaser bekommen können. Wir klären die Kostenfrage und zeigen dir, wie du als Mieter am besten vorgehst.
Was kostet ein Glasfaser-Hausanschluss überhaupt?
Die Kosten für einen Glasfaser-Hausanschluss können stark variieren:
- Kostenfreier Ausbau: In vielen Regionen bauen Anbieter wie Telekom, Vodafone, Deutsche Glasfaser oder Glasfaser Nordwest die Infrastruktur komplett kostenlos aus – finanziert durch Fördermittel oder die Aussicht auf neue Kunden.
- Eigenbeteiligung: In einigen Fällen fallen Erschließungskosten an, die zwischen 500€ und 3.000€ liegen können, je nach Aufwand und Region.
- Sonderfall Mehrfamilienhaus: Im Mehrfamilienhaus ist der Wohnungseigentümer (oder die WEG) der Ansprechpartner für den Hausanschluss. Als Mieter schaust du hier zunächst in die Röhre.
Wichtig: Schau zunächst, ob in deiner Straße bereits Glasfaser verlegt wird. Oft werden Haushalte kostenlos angeschlossen, wenn genug Nachbarn mitmachen (sogenannte Nachfragebündelung).
Wer trägt die Kosten: Mieter oder Vermieter?
Diese Frage ist klar geregelt – zumindest für den Hausanschluss selbst:
Der Vermieter ist zuständig für alles, was die Gebäudeinfrastruktur betrifft. Das bedeutet: Der Glasfaser-Hausanschluss (also die Leitung vom Verteilerkasten bis ins Gebäude) ist Sache des Eigentümers.
Als Mieter hast du folgende Rechte:
- Du kannst deinen Vermieter bitten, einem Glasfaser-Ausbau zuzustimmen
- Seit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (§ 56 TKG) können Mieter verlangen, dass der Vermieter die Verlegung duldet
- Du bezahlst lediglich deinen eigenen Internetvertrag beim Anbieter deiner Wahl
Achtung: Viele Vermieter haben noch Kabelanschlüsse über Unitymedia/Vodafone gebucht. Seit Juli 2024 dürfen diese Kosten nicht mehr auf die Betriebskosten der Mieter umgelegt werden (das “Nebenkostenprivileg” ist abgeschafft).
Das Nebenkostenprivileg ist Geschichte – das bedeutet das für dich
Ab dem 1. Juli 2024 gilt: Vermieter können die Kabel-TV-Kosten nicht mehr als Betriebskosten abrechnen. Das hat direkte Folgen:
- Dein Kabelanschluss ist nicht mehr automatisch inklusive in deiner Miete
- Du kannst einen eigenen Internetvertrag abschließen – egal, was der Vermieter sagt
- Glasfaser oder DSL sind jetzt für viele Mieter freier wählbar
Das ist eine riesige Chance: Viele Mieter zahlten jahrelang 10–20€/Monat für einen Kabelanschluss, den sie gar nicht wollten. Dieses Geld kannst du jetzt in einen echten Glasfaser-Tarif investieren.
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Wann bekomme ich Glasfaser kostenlos?
In diesen Situationen fallen für dich (und deinen Vermieter) keine Kosten an:
- Fördergebiet: Der Bund und die Länder subventionieren den Glasfaser-Ausbau in ländlichen Gebieten. Dort ist der Anschluss oft vollständig kostenlos.
- Nachfragebündelung: Wenn genug Haushalte in deiner Straße Interesse bekunden, bauen Anbieter wie Deutsche Glasfaser kostenlos aus. Informiere deine Nachbarn!
- Aktions-Zeitraum: Viele Anbieter bieten zeitlich begrenzte Aktionen, in denen der Hausanschluss kostenfrei ist – oft sogar für Bestandsgebäude.
- Wettbewerb: In Gebieten mit hohem Wettbewerb bauen Anbieter aggressive, um Marktanteile zu gewinnen – oft zum Nulltarif.
Tipps für Mieter: So überzeugst du deinen Vermieter
Viele Vermieter sind zögerlich, weil sie Kosten und Aufwand scheuen. Mit diesen Argumenten überzeugst du ihn:
- Kein Kostenrisiko: Erkläre, dass der Ausbau in vielen Regionen kostenlos ist
- Wertsteigerung: Ein Glasfaser-Anschluss erhöht den Wert der Immobilie und macht sie attraktiver für Mieter
- Pflicht laut TKG: Vermieter müssen Glasfaser-Ausbau dulden (§ 56 TKG), wenn kein unverhältnismäßiger Aufwand entsteht
- Einfache Durchführung: Moderner Glasfaser-Ausbau ist oft in wenigen Stunden erledigt, ohne große Bauarbeiten
Schreib dem Vermieter eine formlose E-Mail oder einen Brief mit der Bitte, den Glasfaser-Ausbau zu ermöglichen. Verweise dabei auf den Anbieter und gegebenenfalls auf die Fördermittel.
Glasfaser im Mehrfamilienhaus: Sonderfall WEG
In Eigentümergemeinschaften (WEG) ist die Sache komplizierter. Hier braucht es einen Beschluss der Wohnungseigentümer, damit Glasfaser ins Gebäude kommt. Seit dem WEMoG (Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz) von 2020 haben aber auch Eigentümer das Recht, auf eigene Kosten eine Glasfaserleitung zu verlegen – ohne Zustimmung der anderen.
Als Mieter im Mehrfamilienhaus: Wende dich an deinen Vermieter und bitte ihn, das Thema in der nächsten WEG-Versammlung anzusprechen.
Fazit: Als Mieter hast du mehr Rechte als du denkst
Zusammengefasst:
- Den Hausanschluss bezahlt der Eigentümer/Vermieter – du hast das Recht, ihn darum zu bitten
- Das Nebenkostenprivileg für Kabel-TV ist seit Juli 2024 abgeschafft – du kannst frei wählen
- In vielen Regionen ist Glasfaser für deinen Vermieter kostenlos – das ist ein starkes Argument
- Dein eigener Internetvertrag ist komplett unabhängig vom Vermieter – schau einfach, welche Anbieter in deiner Straße verfügbar sind
Prüfe jetzt, ob Glasfaser bei dir verfügbar ist – oft lohnt sich ein Wechsel bereits heute: